Vitamin-D-Mangel in Deutschland häufig

4. September 2020
Vitamin-D- Quelle: unsplash.com - Michele Blackwell

Berlin (Deutschland). Die Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS) ist seit 2008 ein Teil des Gesundheitsmonitorings des Robert Koch-Institut (RKI). Ziel der Studie ist es wiederholt repräsentative Daten über den aktuellen Gesundheitszustand der erwachsenen Bevölkerung zu erhalten sowie Entwicklungstrends zu dokumentieren. Dazu werden Gesundheitsdaten mithilfe von Laboranalysen, medizinischen Untersuchungen und Befragungen erhoben. Ein Panel mit denselben Teilnehmerinnen und Teilnehmer wird außerdem regelmäßig einbezogen, um analysieren zu können, welche Ursachen für gesundheitliche Veränderungen während des Lebens verantwortlich sind.

Daten der DEGS, die im Rahmen des 13. DGE-Ernährungsberichts ausgewertet wurden, zeigen bei 62 Prozent der Erwachsenen einen Vitamin-D-Mangel. Untersucht wurden für die Studie 7.000 Teilnehmer zwischen 18 und 79 Jahren. Bestimmt wurde die Vitamin-D-Versorgung anhand der Serumkonzentration von 25(OH)D. Als Vergleichsbasis diente die Institute-of-Medicine (IOM)-Klassifizierung:

  • ≥ 50 nmol/L = ausreichende Versorgung
  • 30 < 50 nmol/L = suboptimal
  • < 30 nmol/L = Vitamin-D-Mangel

Im Mittel lag die 25(OH)D-Serumkonzentration bei Frauen bei 45,9 nmol/L, bei Männern bei 45,3 nmol/L. 62 Prozent der Studienteilnehmer zeigten suboptimale Werte von unter 50 nmol/L. Bei 39 Prozent der Frauen und 31 Prozent der Männer wurde sogar ein Vitamin-D-Mangel (< 30 nmol/L) nachgewiesen. Ausreichend Vitamin-D (≥ 50 nmol/L) haben laut den Studiendaten somit nur 38 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland.

Eigensynthese durch geografische Lage eingeschränkt

Als Hauptgrund für diese unzureichende Vitamin-D-Versorgung nennen die Studienautoren die geografische Lage von Deutschland. Beim Menschen erfolgen 80 bis 90 Prozent der Vitamin-D-Versorgung über die Eigensynthese. Dabei bildet die Haut unter Einfluss von UVB-Licht aus der Vorstufe 7-Dehydrocholesterin das fettlösliche Vitamin.

Die dazu notwendigen UVB-Strahlen (Wellenlänge 290–315 nm) treten aufgrund des hohen Breitengrades in Deutschland nur von März bis Oktober auf. Eine Eigensynthese des Vitamins in den übrigen Monaten ist nicht möglich. Überdies wird während der Sommermonate die Eigensynthese durch Sonnenschutzmittel, Kleidung und die Pigmentierung der Haut eingeschränkt.

Weil eine Vitamin-D-Versorgung über die normale Ernährung kaum im ausreichenden Umfang möglich ist, empfehlen die Wissenschaftler zusätzlich ein Vitamin-D-Präparat einzunehmen. Nötig ist dies vor allem im Alter ab 65 Jahren, weil die Eigensynthese mit zunehmendem Alter abnimmt.